Was kostet ein Online-Shop? Ehrliche Zahlen für 2026
Die Kurzantwort: Von 500 € bis 50.000 €
Die Preisspanne für einen Online-Shop ist riesig – und das macht die Frage „Was kostet ein Online-Shop?“ so frustrierend. Ein Shopify-Shop mit 10 Produkten kann für unter 1.000 € live sein. Ein individueller WooCommerce-Shop mit 500 Produkten, Schnittstellen und Custom-Design liegt schnell im fünfstelligen Bereich.
In diesem Artikel schlüssle ich die Kosten transparent auf – einmalige Erstellungskosten, laufende Kosten und versteckte Kostenblöcke, die viele vergessen. Am Ende weißt du, was du für dein konkretes Projekt einplanen musst.
Einmalige Kosten: Was die Erstellung kostet
Die einmaligen Kosten hängen von drei Faktoren ab: Umfang (Anzahl Produkte und Funktionen), Individualisierung (Template vs. Custom Design) und Plattform (WooCommerce, Shopify, Shopware).
Variante 1: Minimal-Setup (500-2.000 €)
Ein einfacher Shop mit 10-30 Produkten, einem fertigen Template und Standardfunktionen. Keine individuellen Designanpassungen, keine Schnittstellen, keine komplexen Produktkonfigurationen. Typischerweise auf Shopify oder WooCommerce mit einem Premium-Theme. Für Gründer, die schnell und günstig testen wollen, ob ihr Produkt online funktioniert.
Was du bekommst: funktionierender Shop, Standard-Checkout, grundlegende Zahlungsintegration (PayPal, Kreditkarte), rechtliche Grundseiten, SSL. Was du nicht bekommst: individuelles Design, SEO-Optimierung, professionelle Produktfotografie, Marketing-Setup.
Variante 2: Professionell (3.000-8.000 €)
Ein Shop mit 30-200 Produkten, individuellem Design, professioneller Produktpräsentation und durchdachter UX. SEO-Grundlagen sind eingebaut, Zahlungsmethoden vollständig integriert, rechtliche Seiten professionell erstellt. Das ist der Sweet Spot für die meisten kleinen bis mittleren Shops.
Was du bekommst: individuelles Design, optimierte Produktseiten, vollständige Zahlungsintegration (PayPal, Kreditkarte, Klarna, SEPA), SEO-Setup, responsive Design, Einführung in die Produktpflege. Zeitrahmen: 4-8 Wochen.
Variante 3: Custom (8.000-25.000+ €)
Ein Shop mit 200+ Produkten, individuellen Funktionen, Schnittstellen zu ERP/Warenwirtschaft, mehrsprachigem Setup oder komplexen Produktkonfiguratoren. Hier geht es nicht mehr um ein Template mit Anpassungen, sondern um eine maßgeschneiderte E-Commerce-Lösung.
Was du bekommst: alles aus Variante 2, plus individuelle Funktionsentwicklung, Drittsystem-Anbindungen, komplexe Produktlogik, Multi-Language/Multi-Currency, erweiterte Suchfunktionen, individuelle Reporting-Dashboards. Zeitrahmen: 8-16 Wochen.
Laufende Kosten: Was nach dem Launch anfällt
Die laufenden Kosten werden von vielen Shop-Betreibern unterschätzt. Ein Shop ist kein Projekt, das nach dem Launch abgeschlossen ist – er ist ein laufendes System, das Pflege braucht.
Hosting und Infrastruktur
Shopify: 36-384 €/Monat Plattformgebühr (alles inklusive). Kein separates Hosting nötig.
WooCommerce: Shared Hosting ab 10 €/Monat (für kleine Shops), Managed WordPress Hosting 25-80 €/Monat (empfohlen), Dedicated Server ab 100 €/Monat (für große Shops). Dazu kommen Domain (1-2 €/Monat) und SSL (oft inklusive).
Shopware: Managed Hosting 50-200 €/Monat, je nach Traffic und Shop-Größe. Cloud-Hosting bei Shopware direkt: in den Lizenzkosten enthalten.
Zahlungsanbieter
Unabhängig vom Shopsystem zahlst du Transaktionsgebühren an den Payment-Provider. Stripe: 1,4 % + 0,25 € (europäische Karten), PayPal: 2,49 % + 0,35 € (Standard), Klarna: variabel, meist 2-3 % plus fixe Gebühr. Bei 10.000 € Monatsumsatz sind das 200-350 € an Transaktionsgebühren. Bei Shopify kommen zusätzlich 0,5-2 % Plattformgebühr dazu, wenn du nicht Shopify Payments nutzt.
Plugins, Apps und Tools
Die versteckten Kostentreiber. Ein typischer WooCommerce-Shop braucht: SEO-Plugin (0-99 €/Jahr), Backup-Plugin (0-60 €/Jahr), Security-Plugin (0-200 €/Jahr), E-Mail-Marketing (15-50 €/Monat), eventuell Bewertungs-Plugin, Abo-Plugin oder Versand-Plugin. Realistisch: 50-150 €/Monat für die Plugin-Infrastruktur.
Bei Shopify sind es Apps statt Plugins – gleiche Logik, oft höhere Preise. Ein Bewertungs-App (10-30 €/Monat), ein SEO-App (20-80 €/Monat), ein Upsell-App (10-50 €/Monat). Kann schnell auf 100-300 €/Monat kommen.
Wartung und Betreuung
Shopify: nahe null – Updates und Sicherheit übernimmt die Plattform. WooCommerce und Shopware: 50-200 €/Monat für professionelle Wartung (Updates, Backups, Sicherheit, Performance-Monitoring). Ohne Wartung riskierst du Sicherheitslücken und Performance-Verfall.
Marketing
Der größte laufende Kostenblock, den viele vergessen: Wie bekommst du Besucher in den Shop? Google Ads: ab 300-500 €/Monat für einen spürbaren Effekt. SEO: 500-2.000 €/Monat bei einer Agentur, oder Zeitinvestment wenn du es selbst machst. Social Media Ads: ab 300 €/Monat. E-Mail-Marketing: 15-100 €/Monat für das Tool plus Zeit für Content.
Realistisches Marketing-Budget für einen neuen Shop: mindestens 500 €/Monat. Ohne Marketing kein Traffic, ohne Traffic kein Umsatz.
Die Gesamtrechnung: Was du wirklich einplanen musst
Hier die ehrliche Kalkulation für die ersten 12 Monate – drei Szenarien:
Szenario 1: Bootstrapped Starter. Shopify Basic, Template-Design, 20 Produkte. Erstellung: 500-1.500 €. Laufende Kosten: 120-200 €/Monat (Shopify + Apps + Marketing-Minimum). Jahr 1 gesamt: 2.000-4.000 €.
Szenario 2: Professioneller Shop. WooCommerce, individuelles Design, 100 Produkte. Erstellung: 4.000-8.000 €. Laufende Kosten: 200-500 €/Monat (Hosting + Plugins + Wartung + Marketing). Jahr 1 gesamt: 6.500-14.000 €.
Szenario 3: Enterprise. Shopware Professional, Custom-Entwicklung, 500+ Produkte, ERP-Anbindung. Erstellung: 15.000-30.000 €. Laufende Kosten: 800-2.000 €/Monat (Lizenz + Hosting + Wartung + Marketing). Jahr 1 gesamt: 25.000-55.000 €.
Wo du sparen kannst – und wo nicht
Spar nicht bei: Hosting-Qualität (langsamer Shop = niedrige Conversion), Zahlungsintegration (fehlende Methoden = verlorene Kunden), Rechtssicherheit (Abmahnungen sind teurer als ein Anwalt), Mobile-Optimierung (60 % deiner Kunden sind auf dem Smartphone).
Spar ruhig bei: Premium-Theme vs. Custom-Design (ein gutes 80-€-Theme reicht für den Start), Plugin-Anzahl (weniger ist mehr – jedes Plugin ist ein potenzielles Sicherheits- und Performance-Risiko), Agentur vs. Freelancer (ein erfahrener Freelancer liefert oft schneller und günstiger als eine Agentur mit Overhead).
Ab wann rechnet sich ein Online-Shop?
Die Break-Even-Rechnung ist simpler als die meisten denken: Deine monatlichen Gesamtkosten (Hosting, Tools, Marketing, Arbeitszeit) geteilt durch deine Marge pro Verkauf. Bei 500 € monatlichen Kosten und 20 € Marge pro Bestellung brauchst du 25 Verkäufe pro Monat, um die Kosten zu decken.
Die meisten Shops erreichen den Break-Even nach 6-12 Monaten, wenn das Produkt stimmt und ein realistisches Marketing-Budget eingeplant ist. Shops, die nach 12 Monaten nicht profitabel sind, haben meist eines von zwei Problemen: zu wenig Traffic (kein Marketing-Budget) oder zu niedrige Conversion (schlechte UX oder falsches Pricing).
Wenn du eine konkrete Kalkulation für dein Projekt willst, starte mit dem Quick Check. Und wenn du einen professionellen Shop aufbauen willst, der von Tag 1 richtig aufgesetzt ist, schauen wir uns das im Erstgespräch gemeinsam an.
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